Kooperationsinitiative

Das spricht GEGEN die risikoreiche Grossfusion und GEGEN zementierte, starre und nicht steuerbare Strukturen eines Grossspitals:

  • Die Spital-Grossfusion birgt hohe Risiken für die Patienten, Steuer- und Prämienzahler. Sie lässt die Fragen nach dem konkreten Nutzen für Patienten, Prämien- und Steuerzahler mehrheitlich unbeantwortet. Aussagen zur Kostenentwicklung basieren nur auf wagen Annahmen und nicht auf belegbaren Fakten!
    • Struktur-Risiko: Fusion führt zu zementierten und starren Strukturen (alle Standorte bleiben mittelfristig erhalten). Grossspital kann nicht rasch und effektiv auf Veränderungen im Gesundheitssystem, im Markt und in der Technologie reagieren.
    • Too big to fail Risiko: Kantone müssen ein Grossspital im Fall eines Versagens stützen, da dies zu Problemen in der Gesundheitsversorgung führen und tausende Arbeitsplätze gefährden würde. Steuerzahler müssten dann für teure Defizitgarantien und massive Nachschussfinanzierungen aufkommen.
    • Marktmacht-Risiko: Eine Marktmacht mit Marktanteil von 70% führt immer zu höheren Kosten, zu einer Verschlechterung der Qualität und bremst den Wettbewerb und Innovationen.
    • Risiko der langfristigen Bindung: Führt die Fusion wie befürchtet in die Sackgasse, dann gibt es keinen  Weg zurück: Der Fusionsvertrag kann frühestens nach 15 Jahren aufgelöst werden!
  • Die Spitalfusion wird die Kosten und die Krankenkassenprämien nicht senken: Die neue Marktmacht verteuert die Grundversorgung statt sie effizienter zu gestalten. Die Fusionsbefürworter gehen davon aus, dass der Personalbestand und die Bettenzahl kaum verändert werden. Wie sollen so die Kosten und die Prämien sinken?
  • Die Hochspezialisierte Medizin des Unispitals ist mit strategischen Kooperationen besser für die Zukunft gerüstet als mit einer Fusion: Entscheidend ist, sich im schweizweiten Wettbewerb mittels strategischen Kooperationen auf Kernbereiche zu fokussieren und so dank zusätzlichen ausserkantonalen Patienten die Fallzahlen zu erhöhen. Die Fusion bringt dem Unispital keinen einzigen zusätzlichen Patienten, denn die Baselbieter gehen jetzt schon ins Unispital! 
  • Wir wollen gleich lange Spiesse für alle Marktteilnehmer – Staatliche und Private, Kleine und Grosse!
  • Der Kanton kann nicht gleichzeitig die Spielregeln festlegen und Schiedsrichter, Trainer und Spieler sein! Nicht lösbare Interessenskonflikteals Eigner, Regulator und Versorger sind vorprogrammiert!

 

Das spricht FÜR ein zukunftsfähiges Gesundheitsnetzwerk aus Kooperationen von flexiblen, smarten, fokussierten, staatlichen sowie privaten Anbietern, die rasch und effektiv auf Veränderungen im Markt, im Gesundheitssystem und auf neue Technologien reagieren können:

  • Die FDP steht zu den vom Regierungsrat definierten Zielen und unterstützt daher die gemeinsame Gesundheitsplanung unserer Region:
    • eine optimierte Gesundheitsversorgung der Bevölkerung der beiden Kantone
    • eine deutliche Dämpfung des Kostenwachstums im Spitalbereich
    • sowie eine langfristige Sicherung der Hochschulmedizin in der Region.
  • Es ist falsch, dass es keine Alternative zur Fusion gibt. Die Alternativen wurden jedoch auch wegen der Interessenkonflikte der Kantone als Eigner, Regulator und Versorger von den Regierungen nicht sorgfältig geprüft.
  • Die Kooperationsinitiative der FDP Baselland ist eine funktionierende Alternative zur risikoreichen Spital-Grossfusion: Mit dem Spitalgesetz sollen effizienzsteigernde Kooperationen gefördert werden.
  • Ein aktuelles Beispiel einer Kooperation zwischen Spitälern mit Modellcharakter für die gesamte Schweiz ist die Kooperation des privaten Claraspitals mit dem USB unter dem Namen «Clarunis»:
    • Clarunis bündelt die Kräfte in der Viszeralchirurgie und Gastroenterologie (Behandlung von Bauchpatienten) und ist dadurch ein Zentrum mit nationaler Ausstrahlung.
    • Trägt dazu bei, dass in der Region Basel weiterhin hochspezialisierte Medizin im Bauchbereich angeboten wird und hat Modellcharakter für die ganze Schweiz, da es das Fachwissen und die Fallzahlen der beiden Partnerspitäler vereint.
    • Die Behandlungsqualität wird weiter gesteigert.
    • Durch die Konzentration und Steigerung der Fallzahlen sowie die Zusammenarbeit der besten Fachleute entstehen Synergien für die klinische Forschung und chirurgisch-technische Innovationen, etwa die Roboterchirurgie.
  • Für den sich rasch wandelnden Gesundheitsmarkt braucht es ein Netzwerk mit agilen und fokussierten Anbietern – Staatliche und Private – die rasch auf das sich verändernde Marktumfeld und Innovationen reagieren können.
  • Die Grundversorgung soll nahe bei den Menschen in dazu passenden Strukturen und Netzwerken in hoher Qualität und damit kosteneffizient angeboten werden.
  • In einem solchen Netzwerk ist es die Aufgabe des Kantons, über die Spitalplanung (Spitalliste) und die Vergabe von Leistungsaufträgen das Angebot zu steuern.
  • Langfristig sollte der Kanton das Ziel verfolgen, Gesundheitsdienstleistungen einzukaufen statt selber Institutionen zu betreiben.

Unterschriftenbogen

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